Diagnose und Behandlung der Brusterkrankungen
Ihre Brüste verändern sich laufend. Sie verändern sich während des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft, der Stillzeit und der Wechseljahre. Gleichzeitig können zusätzlich zu diesen normalen Änderungen auch Probleme auftreten. Die meisten davon sind leicht zu behandeln; es gibt jedoch auch einige ernst zu nehmenden Veränderungen. Die schlimmste Erkrankung bleibt der Brustkrebs.
Diese Seiten informieren Sie über:
• Früherkennung der Brusterkrankungen
• Brustveränderungen und deren Bedeutung
• Brust-Selbstkontrolle
• Mammographien
Die Vorsorge dient einer sehr frühen Erkennung der suspekten Brustveränderung; dadurch werden die Heilungschancen optimiert. Es ist möglich bei routinemäßigen Kontrollen ein Problem, bevor Symptome eintreten, zu entdecken. Es handelt sich grundsätzlich um drei Verfahren die Sie selbst bzw. der Frauenarzt anwenden kann:
• Mammografie
• Brust-Selbstkontrolle und Brustkontrolle bei der Gynäkologin
• Ultraschaluntersuchung
Für die besten Ergebnisse sollten alle drei durchgeführt werden; erkennt man bei einer dieser Untersuchung eine Veränderung, obwohl die anderen zwei es nicht zeigen, ist eine Eingehende Überprüfung notwendig.
Mammografie
Diese
ist einfach ausgedruckt ein Röntgenbild der Brust.
Dabei wird jede Brust zwischen zwei Kunststoffplatten
gesetzt, die einen leichten Druck ausüben; das
abgeflachte Gewebe ermöglicht eine gute Durchleuchtung
bei geringer Bestrahlung.
Es können so auch die kleinsten Verkalkungen sichtbar
gemacht werden. Die Untersuchung ist für Frauen
über 40, die altersbedingt eine geringere Gewebedichte
aufweisen, empfohlen; ebenfalls in diesem Alter ist
das Brustkrebsrisiko erhöht. Frauen über 40
sollten alle 2 Jahre eine Mammografie machen lassen.
Es werden immer die neusten mit den älteren Aufnahmen
verglichen. Bei Risikopatientinnen ist die Mammografie
öfters und früher zu empfehlen. Die Mammografie
ist für alle Frauen, ohne Rücksicht auf Brustgröße
oder Implantate, lebenswichtig.
Einige Frauen empfinden eine leichte Unbequemlichkeit
während der Mammografie. Wenn Sie immer noch menstruieren,
ist die Zeit nach der Periode am besten. Die Mammographie
sollte immer mit anderen Untersuchungsmethoden gekoppelt
werden. Wenn Sie einen Knoten in Ihrer Brust ertasten,
sollte dies, auch wenn Ihre Mammografie normal war,
unbedingt überprüft werden. Wenn Ihre Mammografie
eine Gewebeverdichtung zeigt, oder wenn die Ergebnisse
unklar sind, werden weitere/wiederholte Prüfungen
notwendig sein; es könnte sogar eine Biopsie in
Betracht kommen.
Risikofaktoren
im Brustkrebs
• Brustkrebs in der Familie, ins besonderen Mutter, Tochter oder Schwester
• Höheres Alter
• Keine oder spätere (nach 30) Schwangerschaft
• Früher Beginn der Menstruation
• Späte Menopause
• Übergewicht, besonders bei älteren Frauen
Die Risikofaktoren sind nicht bei allen an Brustkrebs
erkrankten Frauen zu finden.
Einige Frauen machen sich Sorgen, in Hinblick auf Brustkrebs,
über die Einnahme der Pille. Ein solcher Zusammenhang
konnte bis jetzt von keiner Studie belegt werden.
Brust-Selbstuntersuchung
Die
meisten (ca. 90%) der Brustveränderungen werden
von den Frauen selbst entdeckt. Deswegen ist eine monatliche
Selbstkontrolle von großer Bedeutung; nur so bekommen
Sie ein Gefühl für die normale Brust und können
dann sofort die kleinsten Veränderungen erkennen.
Die beste Zeit ist ein paar Tage nach dem Beginn der
Periode, wenn die Brüste weder zu weich noch geschwollen
sind. Es ist zu empfehlen die monatliche Untersuchung
immer zur selben Zeit durchzuführen. Machen Sie
auch nach der Menopause weiter; ca. 85% der Erkrankungen
treten bei Frauen über 40 auf. Auch wenn Sie Brustimplantate
irgendeiner Art haben, müssen Sie dieselbe Untersuchung
anwenden und seien Sie dabei besonders aufmerksam am
Brustkorb. Sollten Sie darüber noch Fragen haben,
wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Durchführung
der Selbstuntersuchung
Unter der Dusche
Heben Sie einen Arm.
Streichen Sie mit den
Fingerkuppen über beide
Brüste und tasten Sie
diese vorsichtig nach
Knötchen und Verhärtungen ab.
Benutzen Sie dabei die
rechte Hand für die linke Brust
und die rechte und die linke Hand
für die rechte Brust.

Vorm Spiegel
Stellen Sie sich vor einen Spiegel
und stützen Sie die Arne in die
Hüften. Suchen Sie aufmerksam nach Veränderungen in Größe
und Form der Brust. Achten Sie
auf Falten, Grübchen oder
Gewebsveränderungen.
Danach heben Sie die Arme
über den Kopf und prüfen
Ihre Brüste in dieser Position.
Drücken Sie dann sanft beide
Brustwarzen und achten Sie daran
ob Sekret/Flüssigkeit austritt.
Im Liegen
Legen Sie ein Kissen oder ein
Handtuch unter Ihre linke Schulter
wobei Sie die linke Hand unter den
Kopf legen. Untersuchen Sie Ihre
linke Brust mit der rechten Hand.
Tasten Sie sanft Ihre Brust
mit der flachen Seite der
Fingerkuppen ab indem
Sie kreisförmige Bewegungen
von Außen nach innen
durchführen.
Untersuchen Sie jeden Teil
der Brust. Bei der rechten
Brust wiederholen.
Legen Sie Ihren Arm auf
einen Gegenstand in
Schulterhöhe gestreckt hin
und wiederholen Sie die
kreisenden Bewegungen
um den Achselbereich zu
untersuchen. Dieser
Bereich gehört ebenfalls
zum Brustgewebe.
Hinweis:
Lasen Sie sich von Ihrer Gynäkologin halbjährlich
untersuchen.
Eine Selbstuntersuchung kann dies nicht ersetzen.
Ärztliche Brustuntersuchung
Diese erfolgt während Ihrer routinemäßigen Untersuchung. Die meisten Frauen sollten wenigstens einmal pro Jahr einen Arztbesuch einplanen. Eine Brustprüfung beim Arzt ist kurz und schmerzlos; die Brüste werden zuerst auf Änderungen in Größe und Form und nachher auf Rötungen, Schwellungen und Entzündungen untersucht. Nachher werden die Brüste und die Axelhöhlen abgetastet. Sie sollten es Ihrem Arzt mitteilen, ob Sie irgendeine Absonderung von Ihren Brustwarzen bemerkt haben. Wenn Sie zu irgendeiner Zeit eine Änderung in Ihren Brüsten gemerkt haben, sollten Sie das, die Symptome und deren Dauer Ihren Arzt wissen lassen.
Brusterkrankungen
Benigne Veränderungen
Die
meisten Brustveränderungen sind, besonders bei
jungen Frauen, benigner Natur (kein Krebs). Diese können
feste oder weiche Tumoren, Entzündungen oder Sekretabsonderungen
sein.
Die häufigste Form der Brustveränderung ist
die fibrozystische Mastopathie bei der faserige und
zarte Gewebestellen alternieren. Diese schließen
eventuell Zysten (eine mit Flüssigkeit befüllte
Blase), mit einer Größe von 0,5 mm bis 25
mm, ein. Oft ist die Zystengröße von Ihrem
Zyklus abhängig. Es ist eher unwahrscheinlich,
dass eine fibrozystische Mastopathie zu Brustkrebs führt.
Die Symptome sind: Schmerzen (oft in beiden Brüsten)
im oberen Bereich der Brust und intensiver 7-14 Tage
vor dem Zyklus. In einigen Fällen kann ein Koffeinverzicht
(enthalten in Cola, Kaffee oder Tee) die Schmerzen lindern.
Eine andere gewöhnliche Art von Brustknoten ist
das Fibroadenom; dies ist eine harte Gewebeknolle die
überwiegend bei jungen Frauen entstehen kann.
Brustkrebs
Diese Erkrankung ist die häufigste maligne Erkrankung bei Frauen und die wichtigste Todesursache von Frauen zwischen 35 und 54. Jedoch sind die Heilungschancen bei Früherkennung hoch. Deswegen sind routinemäßige Selbstuntersuchung, Arztbesuch und Mammographien lebenswichtig.
Testmethoden
Ultraschall
Schallwellen
werden benutzt, um Bilder von inneren Organen oder Geweben
zu generieren. Diese schmerzlose Methode kann Ihrem
Arzt Aufklärung über bestimmten Arten von
Brustknoten geben. Diese Bilder können zeigen,
ob die Verdichtungen fest oder mit Flüssigkeit
gefüllt (Zyste) sind.
Aspiration
Um
den Verdacht auf Zysten zu bestätigen, wird Flüssigkeit
oder Gewebe mittels einer Nadel entnommen und untersucht.
Wenn die Flüssigkeit klar ist, und die Zyste verkleinert
sich, ist es wahrscheinlich, dass keine weiteren Prüfungen
notwendig sind. Durch Aspiration könnte sogar die
Zyste komplett entleert werden; dabei hilft ein Ultraschallbild
die Nadelführung zu bestimmen. Anschließend
wird die entnommene Probe im Labor untersucht.
Biopsie
Der
einzige Weg um die Art eines Knotens oder Verhärtung
festzustellen, ist die Untersuchung einer Gewebeprobe
aus dem verdächtigen Bereich. Eine Biopsie wird
vielleicht auch dann gemacht, wenn sich ein Knoten abnormal
anfühlt, auch wenn die Mammografie normal scheint.
Durch eine feine Hohlnadel werden einige Zellen aus
dem suspekten Bereich entnommen. Außerdem gibt
es zwei weiteren Biopsieverfahren, die auch einen chirurgischen
Schnitt notwendig machen. Bei einem wird das verdächtige
Gewebe teilweise entfernt und beim anderen (Exzision)
sogar das ganze. Die Mikroskopbetrachtung bringt das
Ergebnis; dieses kann negativ (kein Krebs) oder positiv
(Krebs) sein. Die Ärztin wird das Ergebnis mit
Ihnen besprechen und wenn erforderlich die weitere Vorgehensweise
festlegen.
Behandlung
Benigne
Brustkrankheiten können von alleine heilen oder
können medikamentös bzw. mit kleinen chirurgischen
Eingriffen behandelt werden.
Die Behandlung des Brustkrebses ist wesentlich komplizierter
und hängt im Wesentlichen ab von:
• Zellentyp
• Größe und Lokalisierung des Tumors
• Lymphknotenbefall
• Alter der Patientin
• Vorhandsein von Metastasen
Die
meisten Behandlungen schließen eine Entfernung
der Knoten (Tumoren) und Bestrahlung der Restbrust ein
(Brusterhaltende Therapie). Andere gehen weiter bis
hin zur vollständigen Entfernung der Brust und
der Lymphknoten aus der Achselhöhle oder sogar
wenn notwendig des Brustmuskels (radikal).
In einigen Fällen wird Krebs (nach der Operation)
auch mit Medikamenten (Chemotherapie) behandelt; meistens
wenn Krebszellen auch außerhalb der Brust entdeckt
wurden. Es sind mehrere Sitzungen notwendig. Manchmal
werden auch Hormone (z.B. Tamoxifen) verabreicht. Nach
einer Mastektomie (Brustentfernung) besteht in einigen
Fällen die Möglichkeit einer Brustrekonstruktion.
